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Bodenstation | topia, Das Treibhausprojekt | Potsdam 2001


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Auf dem Fußboden eines leeren Gewächshauses steht eine große Ansammlung von gebrannten Tontöpfen. Die Pflanzgefäße sind angefüllt mit signalrotem Farbpigment anstelle von schwarzbrauner »Muttererde«. Mit der Farbe – Rot – nahm der menschliche Farbenkosmos seinen Anfang. In der Schöpfungsgeschichte des Alten Testaments wurde Adam »der Mensch«, aus »adamah« erschaffen, aus »roter Erde«.

Das Gewächshaus wird zum Treibhaus, zur Metapher einer »Erregungskaskade« des Sehens, zum Ort der Entfaltung der – Farbe in uns -. Die »Bodenstation« erhebt das Spiel der gläsernen Transparenz in eine metaphorische Form gespiegelter Firmamente.


Auszug aus Eröffnungsrede:
Das Treibhausprojekt: Potsdam, von Klaus Honnef, 2001

Rainer Gottemeier verbindet das Triviale mit dem Erhabenen. In ordinären Tontöpfen, die als Blumentöpfe oder ähnliches verwendet werden, hat er nicht Muttererde eingefüllt, sondern signalrote Farbpigmente, ein Echo auf die rote Sonne am Anfang der Schöpfungsgeschichte, und mit dem Einfallswinkel und der Stärke der Sonnenbestrahlung verändert sich die Intensität der Farbwirkung beständig. Fluoreszierende Acrylglasfarben auf der Glashülle tragen durch Farbaddition zur Verdichtung bei, und je nach Blick erscheint die rote Pigmentlandschaft, die terrassenförmig angeordnet ist, als rote Wüste oder als Firmament.