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Fünfundvierzig Zentimeter Denkmasse | Cottbus 1999



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Buchlandschaft | Dichtungsregister | Cottbus 1999
Aspekte zu den Buchobjekten: Dichtungsregister

Auf transparenten Folien gezeichnete, gestempelte und geschriebene Symbol-Konstellationen werden zu gläsernen Blöcken übereinandergeschichtet, summieren sich zu poetischen, ironischen und paradoxen Assoziationsketten und „Denkräumen“. Erste von Menschen in Ton gegrabene Hieroglyphen kreuzen sich mit Codesystemen der Computersprache, Bilderschriften mischen sich mit Morsezeichnen, Buchstabenalphabete mit technischem und naturwissenschaftlichem Vokabular. Die Nähe und Dichte zwischen Schrift- und Bildzeichen, der minimale Abstand des Versammelten sprechen von Dichtung und Verdichtung, von Verschluss und Öffnung, von Konzentration und Transparenz. Das Buch erscheint als ein lichthaltiger Durchgang. Leitgedanke ist die Verkörperung einer visuell/akustischen Poesie der Gleichzeitigkeit, die Erweiterung des Mediums Buch um eine simultane Ereignisqualität. Es geht mir um eine dem Hören adäquate Form der Wahrnehmung, um das Bemerken eines sich – im Alles-auf –einmal, von allen Seiten gleichzeitig einstellenden Ereignisses. Im Buchdurchgang eröffnet sich dem Betrachter eine Gleichzeitigkeit von – Anwesenheit, Gewesenheit und Zukunft. Die Objekte sprechen vom Übergang der Wahrnehmung, die sich – von der Linearität des zeitlichen Nacheinander – hin zur multimedialen Wahrnehmungsweise einer „auditiven“ Raum- und Zeicheninterpretation entwickelt. Hier artikuliert sich mit dem Wenden der glänzenden Folien ein verschwiegenes Sprechen, das von jenen Winkeln, in denen Wahrnehmung auftritt, berichtet, geschieht ein Frei-räumen und Entleeren, ein Bergen und Verbergen.