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Hamburger Firmamente | Stadtparksee | 2000



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Hamburger Firmamente | Detailansicht | Netzbojen | Kugelfender Signallicht-Rettungsbojen

Die Struktur eines Parks lässt sich als Konstellation denken. Diese Übertragung hat Rainer Gottemeier im Hinblick auf den Hamburger Stadtpark vorgenommen. Dann hatte er die Idee, beide Konstellationen, die des Sternenhimmels über Hamburg und die des Stadtparks miteinander zu verbinden. Dadurch hat er zwei Hamburger Firmamente miteinander verschmolzen. Er setzte sie auf den Parksee und schuf so ein drittes Firmament. Dies ist aus Realitäten präzis entwickelt, hat selbst aber in der Realität keine Entsprechung mehr. Die Idee dieses Firmaments übersteigt das, was wir in der Natur vorfinden. Dies neue Firmament überführt uns in eine imaginäre Welt. Es spricht von dem, was die Kunst und den Künstler immer berührt: Der Künstler ist der Schöpfer von etwas Neuem. Gottemeier schafft neuen Schein, neues Sehen, neue Emotionen, die auch Verunsicherungen sein können, neues Denken, neue Bewegung, neues Träumen, neue Zusammenhänge, neue Schönheiten, neue Wahrheit.
Dieter Wuttke, Eröffnungsrede im Hamburger Planetarium (Auszug)

Die Arbeit Hamburger Firmamente von Rainer Gottemeier widerspiegelt punktuell die Konzeption des Parks und vertieft seine poetische Struktur. Die Poetik des Parks produziert eine ganz eigene Form der Orientierung: eine Um-Orientierung. Dieser Begriff trägt in sich den Wortstamm Orient, das Land, in dem die Sonne aufgeht. Die Suche nach fremden Lebensweisen, um der eigenen zu entkommen oder sie zu erweitern. Sehnsucht nach der Ferne, nach dem Anderen – dem anders ausgerichtet Sein, als die Stadt es verlangt. Sich auf die Himmelsrichtungen einstellen, sich nach etwas Unerwartetem ausrichten, Richtungen auflösen. Ich verstehe die Arbeit von Rainer Gottemeier als eine Hommage an den Park und gleichzeitig als eine Herausforderung im kulturellen Verhalten und im Umgang mit dem Park. Dafür bin ich dem Künstler außerordentlich verbunden.
Christiane Sörensen, Eröffnungsrede im Hamburger Planetarium (Auszug)